Research-Synthese-Skill
Verwende diesen Skill, wenn du Interview-Notizen konsolidierst, Umfrageergebnisse auswertest oder ein Research-Readout für dein Team vorbereitest. Der Skill verwandelt rohe qualitative und quantitative Research-Daten in handlungsleitende Produkt-Insights — von der thematischen Analyse bis zu priorisierten Empfehlungen.
---name: research-synthesis-skilldescription: Wandelt rohe User-Research in strukturierte Insights um — Themen, Opportunity-Bereiche und priorisierte Empfehlungen. Verwende ihn, wenn du Interview-Notizen konsolidierst, Umfrageergebnisse auswertest oder Research-Readouts für das Team vorbereitest. Auslösen mit "synthetisiere diese Research", "was sind die Themen", "Research-Zusammenfassung für [Projekt]".---
# Research-Synthese-Skill
Verwandle rohe qualitative und quantitative Research-Daten in handlungsleitende Produkt-Insights. Der Skill deckt thematische Analyse, Bewertung der Evidenzstärke, das Mapping von Insights auf Opportunities und die Strukturierung von Readouts ab. Alle Research-Daten müssen von dir, aus einer angebundenen Quelle oder aus companyRAG-Sammlungen kommen.
## Woher die Daten kommen
| Quelle | Was sie beiträgt || --- | --- || **MCP-Server** (z. B. Notion, Confluence, Jira, ein angebundenes Research-Repository) | Research-Datenbanken, Studienseiten, Tickets mit User-Feedback || **companyRAG-Sammlungen** | Interview-Notizen, Transkripte, Umfrage-Exporte, Usability-Test-Protokolle || **Datei-Upload** | Einzelne Transkripte, CSV-Exporte von Umfragen, Readout-Entwürfe |
> **Keine angebundene Quelle?** Gib die Daten im Chat an oder lade die relevanten Dateien hoch — der Skill funktioniert genauso.
## Research-Synthese-Workflow
Führe diese fünf Phasen der Reihe nach aus. Wer ohne sauberes Codieren (Phase 2) und Theming (Phase 3) direkt zu Empfehlungen (Phase 5) springt, erzeugt unzuverlässige Insights.
### Phase 1: Quelldaten inventarisieren & klassifizieren
Katalogisiere vor der Analyse, welche Daten verfügbar sind, und beurteile ihre Eigenschaften.
```RESEARCH-INVENTAR Projekt: [Name des Research-Projekts] Research-Frage: [die Frage, die diese Research beantworten sollte]
Datenquellen: | Quellentyp | Anzahl | Methode | Teilnehmende | Zeitraum | |---|---|---|---|---| | [z. B. User-Interviews] | [Anzahl] | [1:1 / Gruppe / unmoderiert] | [Segmentbeschreibung] | [Daten] | | [z. B. Umfrageantworten] | [Anzahl] | [offen / strukturiert / gemischt] | [Segmentbeschreibung] | [Daten] |
Teilnehmer-Abdeckung: | Segment | Ziel | Tatsächlich | Lücke | |---|---|---|---| | [Segment] | [Ziel-n] | [tatsächliches n] | [über/unter/erreicht] |
Bekannte Einschränkungen: - [z. B. nur Power-User interviewt — Perspektive neuer Nutzer fehlt] - [z. B. Umfrage mit 15 % Rücklaufquote — Self-Selection-Bias wahrscheinlich]```
**Datensuffizienz-Check**: Beurteile vor dem Weitermachen, ob die Daten die Research-Frage glaubwürdig beantworten können. Wenn wichtige Teilnehmer-Segmente fehlen oder Stichproben sehr klein sind, markiere diese Einschränkung prominent — sie begrenzt jeden folgenden Befund.
### Phase 2: Die Daten codieren
Codieren verwandelt Rohdaten in strukturierte, analysierbare Einheiten. Dies ist die arbeitsintensivste Phase und die, die am ehesten übersprungen wird.
**Codier-Prozess**:
1. Beobachtungen extrahieren : Gehe jede Datenquelle durch und ziehe einzelne Beobachtungen heraus — konkrete Dinge, die Teilnehmende gesagt, getan oder erlebt haben. Eine Beobachtung pro Einheit.
```BEOBACHTUNG: Teilnehmer: [ID — anonymisiert] Quelle: [Interview / Umfrage / Usability-Test / Support-Ticket] Wortlaut: [exaktes Zitat oder Beschreibung des beobachteten Verhaltens] Kontext: [was dies ausgelöst hat — gestellte Frage, versuchte Aufgabe, Szenario]```
1. Codes zuweisen : Versieh jede Beobachtung mit einem beschreibenden Code. Codes sind kurze Labels, die das Konzept erfassen.
**Codier-Disziplin**:
- Verwende wo möglich die Sprache der Teilnehmenden — vermeide es, dein eigenes Framework vorschnell aufzuzwingen- Eine Beobachtung kann mehrere Codes haben (Verhalten bezieht sich oft auf mehrere Themen)- Beginne mit offenem Codieren (bottom-up aus den Daten), bevor du vordefinierte Kategorien anwendest- Wenn dasselbe Konzept bei verschiedenen Teilnehmenden unterschiedlich formuliert auftaucht, verwende einen konsistenten Code- Erfasse die Code-Häufigkeit, setze Häufigkeit aber NICHT mit Wichtigkeit gleich — ein seltener, aber gravierender Pain Point kann wichtiger sein als ein häufiger, milder
1. Das Codebook aufbauen : Während sich Codes ansammeln, organisiere sie:
```CODEBOOK| Code | Definition | Beispiel-Beobachtung | Häufigkeit ||---|---|---|---|| [Code-Name] | [was dieser Code bedeutet] | [repräsentatives Zitat] | [n Teilnehmende] |```
### Phase 3: Thematische Analyse
Themen sind Muster, die durch das Gruppieren verwandter Codes entstehen. Ein Thema ist KEINE Zusammenfassung einzelner Beobachtungen — es ist eine interpretierende Aussage darüber, was die Beobachtungen gemeinsam bedeuten.
**Prozess der Themenbildung**:
1. **Codes clustern**: Gruppiere verwandte Codes, die auf dasselbe zugrunde liegende Muster verweisen. Achte auf: - Codes, die häufig gemeinsam auftreten (dieselben Teilnehmenden zeigen beide) - Codes, die verschiedene Facetten derselben Erfahrung beschreiben - Codes, die eine Kausalkette bilden (eines führt zum anderen)2. **Das Thema benennen**: Ein guter Themenname ist eine interpretierende Aussage, kein Themen-Label. - Themen-Label (schwach): "Onboarding" - Interpretierendes Thema (stark): "Nutzer brechen das Onboarding ab, wenn sie es nicht mit ihrer unmittelbaren Aufgabe verbinden können"3. **Themenstärke beurteilen**:
| Evidenzniveau | Kriterien | Konfidenz || --- | --- | --- || **Stark** | Thema von 5+ Teilnehmenden über mehrere Segmente gestützt; konsistentes Muster mit spezifischer, detaillierter Evidenz | Hoch — verlässliche Basis für Produktentscheidungen || **Moderat** | Thema von 3–4 Teilnehmenden gestützt oder auf ein Segment konzentriert; Muster klar, aber Abdeckung begrenzt | Mittel — handlungswert mit Bewusstsein für die Grenzen || **Aufkommend** | Thema von 1–2 Teilnehmenden gestützt; die Beobachtung ist auffällig, aber noch kein Muster | Niedrig — Hypothese für weitere Research, keine Entscheidungsbasis |
1. Jedes Thema dokumentieren :
```THEMA: [Interpretierende Aussage] Stärke: [Stark / Moderat / Aufkommend] Enthaltene Codes: [Liste der Codes, die dieses Thema bilden] Stützende Evidenz: - P[id]: "[wörtliches Zitat]" — [Kontext] - P[id]: "[wörtliches Zitat]" — [Kontext] - P[id]: "[beobachtetes Verhalten]" — [Kontext] Gegenevidenz: [Beobachtungen, die diesem Thema widersprechen] Betroffene Segmente: [welche Teilnehmer-Segmente dieses Muster zeigen] Beziehung zu anderen Themen: [interagiert dieses Thema mit anderen?]```
**Rigorositäts-Checks**:
- Jedes Thema braucht direkte Evidenz (Zitate oder beobachtetes Verhalten) — keine Schlussfolgerungen- Suche aktiv nach Gegenevidenz — Beobachtungen, die dem Thema widersprechen. Ein Thema ganz ohne Gegenevidenz wurde womöglich nicht kritisch genug geprüft.- Wenn sich zwei Themen stark überschneiden, führe sie zusammen oder schärfe die Abgrenzung
### Phase 4: Insight-to-Opportunity-Mapping
Übersetze Themen in Produkt-Opportunities. Ein Insight beschreibt, was passiert und warum; eine Opportunity beschreibt, was man dagegen tun könnte.
**Mapping-Framework**:
```INSIGHT → OPPORTUNITY
Insight: [Was passiert und warum — abgeleitet aus einem Thema]Evidenz: [Themenstärke: Stark / Moderat / Aufkommend]User-Impact: [Wie dies den Nutzer betrifft — Schwere × Häufigkeit]Opportunity: [Was könnte das Produktteam dagegen tun?]Opportunity-Typ: - Pain Relief: Eine Reibungsquelle beseitigen oder reduzieren - Unmet Need: Eine Fähigkeit liefern, die Nutzern heute fehlt - Delight: Erwartungen auf unerwartete Weise übertreffen - Efficiency Gain: Einen bestehenden Workflow spürbar schneller machenKonfidenz: [Wie sicher sind wir, dass diese Opportunity real ist? Basierend auf Evidenzstärke + User-Impact-Bewertung]```
**Priorisierung von Opportunities** (kein Ersatz für RICE — ein research-informierter Input dafür):
| Faktor | Bewertung || --- | --- || **Evidenzstärke** | Starke Themen erzeugen Opportunities mit höherer Konfidenz || **User-Impact** | Schwere (wie schmerzhaft?) × Breite (wie viele Nutzer betroffen?) || **Strategisches Alignment** | Verbindet sich diese Opportunity mit aktuellen OKRs oder der Produktstrategie? || **Feasibility-Signal** | Haben Nutzer Workarounds vorgeschlagen oder beschrieben, die auf Lösungsansätze hindeuten? |
Ordne Opportunities so: starke Evidenz + hoher Impact zuerst, dann moderate Evidenz + hoher Impact, dann starke Evidenz + moderater Impact. Opportunities mit aufkommender Evidenz gehen in "weitere Research nötig", nicht ins Produkt-Backlog.
### Phase 5: Research-Readout
Strukturiere die Synthese für die Nutzung durch das Team. Verschiedene Zielgruppen brauchen verschiedene Formate.
#### Vollständiges Research-Readout
Für das Produktteam, das Design-Team und Research-Stakeholder:
```# Research-Synthese — [Projektname]Datum: [Datum] | Researcher: [Name]
## 1. Research-Frage & Methode[Was wir herausfinden wollten, wie wir untersucht haben, wer teilgenommen hat]
## 2. Teilnehmer-Überblick[Vertretene Segmente, Stichprobengrößen, bekannte Lücken]
## 3. Wichtige Themen[Nach Evidenzstärke geordnet — stärkstes zuerst] Thema 1: [interpretierende Aussage] — [Stark/Moderat/Aufkommend] [Zusammenfassung der stützenden Evidenz mit repräsentativen Zitaten] Thema 2: ...
## 4. Opportunities[Aus Themen abgeleitet, nach Konfidenz × Impact geordnet] Opportunity 1: [Beschreibung] — Evidenz: [Stärke] — Impact: [Bewertung] Opportunity 2: ...
## 5. Empfehlungen[Konkrete Produkt-Maßnahmen, je mit Evidenzbasis und Konfidenzniveau]
## 6. Einschränkungen & Vorbehalte[Was diese Research nicht sagen kann — Stichprobenlücken, methodische Grenzen]
## 7. Weitere Research nötig[Aufgeworfene, aber unbeantwortete Fragen — mit vorgeschlagenen Methoden]```
#### Executive Summary
Für Stakeholder, die die Headline brauchen, nicht die Methodik:
```RESEARCH-ZUSAMMENFASSUNG — [Projektname] — [Datum]
Kernbefund: [Headline in einem Satz — der einzelne wichtigste Insight]Evidenzbasis: [n Teilnehmende, verwendete Methoden, abgedeckte Segmente]
Top-3-Insights:1. [Insight] — [stützender Datenpunkt] — Konfidenz: [H/M/N]2. [Insight] — [stützender Datenpunkt] — Konfidenz: [H/M/N]3. [Insight] — [stützender Datenpunkt] — Konfidenz: [H/M/N]
Empfohlene Maßnahmen:1. [Maßnahme] — Verantwortlich: [Name] — Priorität: [Hoch/Mittel/Niedrig]2. [Maßnahme] — Verantwortlich: [Name] — Priorität: [Hoch/Mittel/Niedrig]
Einschränkungen: [zentrale Vorbehalte in einem Satz]```
## Qualitative und quantitative Daten kombinieren
Wenn beide Datentypen vorliegen (z. B. Interview-Themen + Umfrage-Prozentwerte + Analytics-Daten):
1. Quantitativ zuerst für das "Was" : Nutze Metriken und Umfragedaten, um zu erkennen, WAS passiert — welche Features wenig genutzt werden, wo Nutzer abspringen, wie Zufriedenheitswerte aussehen2. Qualitativ für das "Warum" : Nutze Interview- und Beobachtungsdaten, um zu erklären, WARUM die quantitativen Muster bestehen3. Triangulation : Wenn Qual und Quant in dieselbe Richtung zeigen, steigt die Konfidenz. Wenn sie auseinandergehen, untersuche dies — die Divergenz selbst ist ein Insight.4. Nutze Qual niemals, um Quant zu "validieren" (oder umgekehrt) — sie beantworten verschiedene Fragen. Qual erklärt Motivationen und Kontext; Quant misst Umfang und Häufigkeit.
## Leitplanken
- Erfinde NIEMALS Teilnehmer-Zitate, Beobachtungen oder Research-Daten. Jede Beobachtung, jeder Code und jedes Thema muss auf vom Nutzer bereitgestelltes Quellmaterial zurückführbar sein.- Behaupte NIEMALS, Research-Befunde seien "statistisch signifikant", ohne quantitative Analyse. Qualitative Research erzeugt thematische Muster mit Evidenzstärke-Niveaus, keine statistische Signifikanz.- Gegenevidenz ist Pflicht. Wenn du ein Thema präsentierst, benenne aktiv widersprechende Beobachtungen. Gegenevidenz wegzulassen ist eine Form von Fabrikation.- Versieh jedes Element mit einer Quellenkennzeichnung: `[Aus Research-Daten]`, `[Synthese-Framework]` oder `[KI-Interpretation — mit Researcher verifizieren]`.
> **Tipp:** Fordere über companyFILES eine DOCX- oder Markdown-Ausgabe an, um ein formatiertes, sofort teilbares Readout zu erhalten.